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Dem Genuss auf der Spur: die Vielfalt der Nudeln

25. Oktober 2018

Schnitzel, Rouladen und Königsberger Klopse – die Deutschen lieben es deftig. Und doch taucht in der Liste unserer Lieblingsgerichte immer auch ein weiterer Klassiker auf, der so vielseitig ist wie kaum ein anderes Gericht: Nudeln. Die leckeren Teigwaren lassen sich schnell und einfach zubereiten und sorgen für ein wohliges Sättigungsgefühl. Ob mit Tomatensoße, als Auflauf oder im Salat – Nudeln sind aus unseren Kochtöpfen nicht wegzudenken. Oft werden sie sogar als italienisches Kulturgut bezeichnet. Aber Moment – stammen Spaghetti und Co. eigentlich tatsächlich aus Italien? Oder gebührt den Chinesen der Ruhm für die Erfindung der schmackhaften Teigwaren? Und wie werden Fusilli, Makkaroni und Tortellini eigentlich hergestellt? Macht es Euch ruhig mit einem Teller Spaghetti Bolognese bequem, denn wir haben Euch viele wissenswerte Infos rund um die Nudel zusammengetragen und nehmen Euch heute mit ins große Pasta-Universum.

Die Nudel – ein kulinarischer Klassiker

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Viele Jahre galt es als umstritten, wo genau die ersten Nudeln tatsächlich verspeist wurden. Im Jahr 2005 fand man bei Ausgrabungen in China aber schließlich einen circa 4.000 Jahre alten Topf, in dem Spaghetti-Überreste identifiziert werden konnten. Der Fund der historischen Teigware schaffte klare Tatsachen und die Experten waren sich einig: Die Nudel stammt aus China und wurde im 13. Jahrhundert von Marco Polo nach Europa importiert! Weitere Theorien besagen jedoch, dass das beliebte Gericht seinen kulinarischen Siegeszug an mehreren Orten der Welt etwa zeitgleich und unabhängig voneinander antrat. Denn Archäologen fanden auch in italienischen Gräbern aus dem 4. Jahrhundert Abbildungen von Küchengeräten, die noch heute zur Nudelherstellung dienen. Neben einem Nudelbrett und einer Teigzange erkannten sie auf den Grabbeigaben auch ein Nudelholz. Ebenso berichtete der spanische Reisende Al-Idrisi von einer fadenförmigen Mehlspeise, auf die er, lange vor den Entdeckungsfahrten Marco Polos, während eines Aufenthalts auf Sizilien stieß. Überhaupt sollen es die Griechen gewesen sein, die die Nudel nach Süd-Italien mitbrachten. Während der Besetzung Siziliens durch die Araber etablierte sich außerdem das Verfahren des Trocknens der Teigfäden auf Wäscheleinen. So wurden die Nudeln haltbar gemacht und dienten fortan auch auf Reisen als sättigender Proviant. Von Sizilien aus hielten die schmackhaften Teigwaren schließlich Einzug in die europäischen Küchen und gelten vor allem in Italien noch immer als echtes Nationalgericht.

Von A wie Analetti bis Z wie Zitoni – die große Welt der Nudelsorten

Der Begriff „Pasta“ ist in der italienischen Küche die Beschreibung für Teigwaren, deren Rezeptur sich aus Hartweizengrieß, Kochsalz und Wasser zusammensetzt. Das chinesische Pendant dazu bilden Reisnudeln, die aus Reismehl bestehen und weitaus weniger Kalorien und Kohlenhydrate enthalten. Aber auch Mie-, Ramen- oder Glasnudeln sind beliebte asiatische Alternativen zu Makkaroni, Fusilli und Spaghetti, die ihre Verwendung in Suppen oder Salaten finden. Für die meisten europäischen Nudelsorten werden noch immer die ursprünglichen italienischen Bezeichnungen verwendet, die im Lauf der Jahre an die jeweilige Landessprache angepasst wurden. Ist die Auswahl auf der Speisekarte Eures Lieblingsitalieners besonders groß, verraten Euch außerdem die Endungen der Nudel-Namen, um welches Gericht es sich tatsächlich handelt. Die Endung „elle“ steht für breit, „ette“ bedeutet schmal und „oni“ wird mit groß, während „rigatte“ mit geriffelt übersetzt wird.

Vom Teigband in die Küche – die Herstellung von Nudeln

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Grundsätzlich wird zwischen Trocken- und Frischteigwaren unterschieden. Trockenteigwaren sind außerdem pasteurisiert oder sogar tiefgefroren länger haltbar als Frischteigwaren, die meist gekühlt werden müssen. Gepresste Trockenteigwaren werden nach dem Vermengen der einzelnen Zutaten mit hohem Druck durch Bronzematrizen gedrückt. Durch das Auswalzen der Trockenteigwaren entsteht hingegen ein breites Teigband, welches je nach Nudelsorte in Form geschnitten oder ausgestanzt wird. Frischteigwaren halten sich nach der Zubereitung für etwa vier Wochen im Kühlschrank. Während der Herstellung wird der Nudelteig in einem Bandkneter stufenweise zu einem Teigband ausgestanzt und anschließend mittels einer Schneidevorrichtung zugeschnitten. Um frische Spätzle herzustellen, wird die Teigmasse in einem Mischgerät zu einem festen, nassen Teig geknetet und im Anschluss durch ein spezielles Sieb gepresst.

Die italienische Spezialität in der deutschen Küche

Nudeln zählen zu den absoluten Lieblingsgerichten der Deutschen. Ob Pasta mit Ragú alla bolognese, Spaghetti alla carbonara oder Penne al´arrabiata – es gibt unzählige verschiedene Rezepte, die meist über Generationen hinweg weitergegeben werden. Neben den italienischen Spezialitäten wird in den deutschen Küchen aber auch gerne auf regionale Klassiker gesetzt. Besonders in Baden-Württemberg gehören Spätzle, Maultaschen und Schupfnudeln auf jede Speisekarte und sorgen in Kombination mit Zwiebelschmelz, geriebenem Käse oder Sauerkraut und Speck für einen herzhaften Genuss. Sogar auf der Dessertkarte haben Nudeln ihren festen Platz eingenommen – als süße Nudeln mit Zimt und Zucker oder als mit Ricotta und Marmelade gefüllte Cannelloni können sie ohne Weiteres mit Pfannkuchen, Schwarzwälder Kirschtorte oder Apfelkuchen mithalten.

Seid Ihr gerade schon auf dem Weg in die Küche, um Nudelwasser aufzusetzen? Dann denkt daran, dass kochende Wasser etwas zu salzen. So gleicht sich der Salzgehalt von Nudeln und Wasser aus und die Nudeln schmecken kräftiger. Guten Appetit!

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