Minigolf: Freizeitspaß und Profisport

Minigolf – mehr als reiner Freizeitspaß

21. September 2018

Wir alle haben sicherlich schon einmal unser Glück auf einer Minigolf-Anlage versucht und die bunten Bälle mehr oder weniger geschickt über die Bahnen und Hindernisse befördert. Ob am Sonntagnachmittag, zu Geburtstagen oder im Rahmen von Betriebsausflügen – Minigolf spielt (fast) jeder gerne. Dabei steckt hinter dem abwechslungsreichen Freizeitspaß weitaus mehr – immerhin gibt es in Deutschland nicht nur eine Profiliga, sondern auch international organisierte Meisterschaften, bei denen sich die besten Miniaturgolfer miteinander messen. Nachdem wir Euch » in unserem Artikel über den Golfsport ja hoffentlich schon davon überzeugt haben, dass das Spiel mit Schläger und Ball nicht nur etwas für Rentner ist, möchten wir Euch heute die Miniatur-Variante genauer vorstellen und haben Euch wissenswerte Infos zur Historie, den wichtigsten Regeln und den bekanntesten Spielern und Turnieren zusammengestellt.

Wie Minigolf die Welt eroberte

Minigolf Looping

Minigolf zählt in Deutschland zu einer der beliebtesten Freizeit-Aktivitäten und hat sich aus dem Golfsport entwickelt. Allerdings haben Golfplätze mit 18 Löchern seit jeher sehr viel Platz beansprucht und erhebliche Kosten verursacht, weshalb die Mitgliedschaft in einem der exklusiven Clubs schon immer auch an die gesellschaftliche Stellung gebunden war. Daraus entwickelte sich vor allem in Amerika und England die Idee, Trainingslöcher anzulegen, die nicht immer an die Golfplätze angeschlossen und somit für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich waren. Bereits in den Dreißigerjahren waren dann in fast allen Londoner Parks kleine Anlagen zu finden und auch in Deutschland etablierten sich viele der noch nicht genormten „Kleingolf“-Bahnen. So konnte man in Berlin auf dem Dach des Hotel Eden ein paar Bälle spielen, während der Freizeitspaß in England immer „well dressed“ betrieben wurde. Erst 1951 entwickelte der Schweizer Paul Bogni den ersten „genormten Golfplatz für jedermann“ und setze den Bau einer solchen Anlage mit 18 Bahnen schließlich im Jahr 1953 in der Nähe von Locarno um. Die Freizeitaktivität stieß auf viel Begeisterung und wurde unter der Bezeichnung „Minigolf“ schließlich auch patentrechtlich geschützt. In Deutschland war es der Unternehmer Albert Pless, der 1956 den ersten Miniaturgolf-Platz im Hamburger Freizeitpark „Planten un Blomen“ entwickelte. Das Spiel auf den genormten Bahnen mauserte sich daraufhin zum allgemeinen Freizeitsport und ist bei Klein und Groß bis heute sehr beliebt.

Vom Freizeitspaß zum Profisport

Auf den circa 2.000 Minigolf-Anlagen in Deutschland vergnügen sich jedoch nicht nur Hobby-Spieler. Minigolf kann durchaus auch als Leistungssport betrieben werden, was ungefähr 270 Vereine und 9.000 Verbandsmitglieder in Deutschland belegen. Über die Jahrzehnte hinweg hat sich ein professioneller Spielbetrieb etabliert, der von der Kreisliga bis zur 1. Bundesliga organisiert wird. Dabei finden neben den Meisterschaften auf Vereinsebene sogar Weltmeisterschaften statt! Während die Regeln nicht allzu kompliziert sind, kommt es eher auf den richtigen Ball und die Beschaffenheit der Bahn an. Die Bahnen müssen dabei immer in der Reihenfolge 1 bis 18 und mit nur einem Ball pro Bahn bespielt werden. Das Ziel ist es, den Ball mit möglichst wenigen Schlägen vom Abschlag bis ins Ziel zu befördern. Dabei zählt jeder Schlag als ein Punkt. Wenn der Ball nach sechs Punkten das Ziel noch nicht erreicht hat, wird ein siebter Zusatzpunt angerechnet, welcher zugleich die Höchstpunktzahl markiert. Befindet sich der Ball nach sieben Schlägen nicht im Ziel, ist das Spiel auf der jeweiligen Bahn beendet. Besonders die Hindernisse sorgen dann oftmals für einige Schwierigkeiten und sind der Grund für den einen oder anderen Zusatzschlag. Während Amateure bei der Anzahl der Schläge dann auch schon mal im zweistelligen Bereich landen, haben die Profis den Anspruch, den Ball mit ein bis zwei Schlägen pro Bahn im Loch zu versenken.

Profiequipment für Minigolf

Minigolf-Asse unter sich

Die deutsche Meisterschaft der Minigolfer fand dieses Jahr in Mainz statt. Mit dabei war auch wieder Marcel Noack, einer der besten Minigolfer Deutschlands und mehrfacher Weltmeister. Der 33 Jahre alte Mainzer geht für den 1. Minigolf-Club Mainz an den Start. Sein Verein ist einer der erfolgreichsten Minigolf-Vereine Deutschlands und kann auf so einige nationale und internationale Erfolge zurückblicken. Neben der jährlichen Austragung der deutschen Meisterschaft spielen die Profis auch internationale Turniere, Europa- und Weltmeisterschaften. Auf Walter Erlbruch ist bei den weltweit stattfindenden Turnieren dann ebenfalls meist Verlass. Der 47-jährige betreibt den Outdoor-Sport seit seinem sechsten Lebensjahr und kann neben Welt- und Europameistertiteln auch diverse Bahnrekorde vorweisen. Sein Erfolgsgeheimnis? Der richtige Ball macht den Unterschied aus. Zwar besitzt er nur einen Schläger, dafür aber rund 3.000 Bälle, die je nach Beschaffenheit der einzelnen Bahnen zum Einsatz kommen. Genau wie Marcel Noack zählt auch Walter Erlbruch zum deutschen Nationalkader, der sich unter der Leitung von Bundestrainer Michael Koziol bei den diesjährigen Europameisterschaften ebenso wie das Damen-Team um Melanie Hammerschmidt und Jasmin Ehm erneut den Titel sicherte.

Ob Golf oder Minigolf – das Spiel mit Schläger und Ball hat so einiges zu bieten. Wir hoffen, wir konnten Euch ein wenig für die Miniatur-Version begeistern – und wer weiß, vielleicht laufen wir uns ja am Wochenende auf der Minigolf-Anlage über den Weg?

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