Kulinarische Weihnachten rund um die Welt: Besteck und Weihnachtsdeko auf Holztisch

Kulinarische Weihnachten rund um die Welt

15. Dezember 2016

Nur noch wenige Tage bis Heiligabend und vielleicht habt Ihr schon die ersten Zutaten für das alljährliche Weihnachtsessen eingekauft. In einem Großteil der deutschen Haushalte kommt am 24. Dezember traditionell Kartoffelsalat mit Würstchen auf den Tisch, bei anderen findet sich Karpfen auf der Weihnachtstafel – doch warum ist das eigentlich so? Nicht etwa, um den Kindern die Wartezeit bis zur Bescherung zu verkürzen, sondern weil der 24. früher noch ein regulärer Arbeitstag war und auch heute zuweilen noch ist, sodass nur wenig Zeit übrig blieb, alles für das eigentliche Weihnachtsfest am 25. vorzubereiten. Und der Karpfen? Im Christentum ist die Adventszeit zugleich auch Fastenzeit, in der es verboten ist, Fleisch zu essen, sodass der Fisch als Fleischersatz herhalten musste. An den Feiertagen gibt es dann bei den meisten ein umso üppigeres Festmahl, das traditionell aus Geflügelbraten, Klößen und Rotkohl oder Grünkohl besteht.

Doch Kartoffelsalat und Gänsebraten sind längst kein universelles Weihnachtsessen – im Gegenteil: Was an Heiligabend und den Feiertagen auf dem Tisch landet, unterscheidet sich von Land zu Land. Wir haben uns einmal umgeschaut und verraten Euch, was anderswo auf der Festtafel landet.

Litauen

Auch in anderen Ländern wird aus religiösen Gründen am Heiligabend auf Fleisch verzichtet, so zum Beispiel in Litauen. Hunger leiden muss dort trotzdem niemand, denn das Weihnachtsmahl besteht aus 12 verschiedenen fleischfreien Speisen. Dazu gehören zumeist spezielle Heiligabendkekse mit Mohnmilch, Fischgerichte, Rote-Bete-Suppe und Pilze. Gegessen wird, sobald der erste Stern am Himmel steht, und wer nicht von allen Speisen kostet, dem droht dem traditionellen Glauben nach Unglück. Vermutlich halten sich die Litauer aber trotzdem zurück, damit sie am 25. Dezember noch Platz für das Festessen haben, das in dem baltischen Land zum Beispiel aus gekochtem Schweinskopf, Spanferkel oder Schinken besteht.

Kulinarische Weihnachten: Weihnachtsessen k??ia in Litauen

Schweden

In Schweden ist der Heiligabend dagegen der wichtigere Tag, weswegen an diesem Tag auch der Tisch besonders reichhaltig gedeckt wird – allerdings nicht besonders einfallsreich, denn das Smörgåsbord, eine Art Buffet, gibt es neben Weihnachten auch zu Ostern und zum Mittsommerfest am Wochenende zwischen dem 19. und 26. Juni. Allerdings werden für die weihnachtliche Variante, das Julbord, weihnachtlichere Zutaten verwendet und auch die Dekoration des Tisches entspricht dem Anlass. Ein fester Bestandteil des Julbords ist der Weihnachtsschinken, der julskinka, daneben gibt es die bekannten Köttbullar, Kartoffeln, Schweinesülze, marinierten Hering und viele weitere Köstlichkeiten. Dazu trinken die Schweden gerne Glögg, eine Art Glühwein mit Mandeln und Beeren.

Kulinarische Weihnachten: schwedischer Weihnachtsschinken Julskinka

Brasilien

Wenn in Deutschland alle satt und glücklich nach der Bescherung ins Bett fallen, geht es in Brasilien erst so richtig los. Pünktlich um Mitternacht bringt der Weihnachtsmann die Kinderaugen zum Leuchten, während Erwachsene sich über Feuerwerk und eine große Party freuen dürfen. Dazu gehört auch das traditionelle Weihnachtsessen, das aus mit Maronen und Ananas gefülltem Putenbraten besteht. Außerdem gibt es Cremes aus Tomaten und Tunfisch, Kokosplätzchen, frisches Obst und oft ein kühles Bier, Wein oder Champagner. Am 25. steht dann erst einmal Ausschlafen auf dem Programm, anschließend werden Freunde und Familie zum großen Resteessen eingeladen.

Kulinarische Weihnachten: Truthahnbraten in Brasilien

Großbritannien

In Großbritannien kommt der Weihnachtsmann wie auch in Brasilien in der Nacht auf den 25. Dezember und füllt die Socken am Kamin mit Geschenken, weshalb die Feierlichkeiten auch erst am 1. Feiertag beginnen. Dann gibt es, ähnlich wie bei uns, Truthahnbraten, der mit Brot und Hackfleisch oder Äpfeln und Backpflaumen gefüllt ist, Bratkartoffeln und Rotkohl. Ein wichtiger Bestandteil des Festessens ist der Christmas Pudding, eine Art Serviettenkloß, der von Familie zu Familie unterschiedlich zubereitet werden kann – oft schon einige Wochen vor Weihnachten, damit er gut durchzieht. Fast immer enthalten sind allerdings Rosinen, Nüsse und Fett, außerdem wird er gern mit Cognac oder Brandy übergossen, flambiert und dann warm mit Orangensauce serviert.

Kulinarische Weihnachten: Christmas Pudding in Großbritannien

Wir können es kaum erwarten, dass endlich Weihnachten ist und freuen uns jetzt schon auf das Festmenü, auch wenn wir uns bei so vielen Möglichkeiten gar nicht mehr sicher sind, welche Köstlichkeit wir dieses Jahr auftischen sollen. Was gibt es bei Euch als Weihnachtsessen?

Einfacher als die Wahl des Weihnachtsessens ist übrigens die Wahl des passenden Outfits: Inspiration gibt es » hier.

Ähnliche Beiträge
Keine Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare. Sei der Erste, der einen verfasst.

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfeld *