Drei Dartpfeile stecken im Bullseye eines Dartboards

Darts – eine unterschätzte Sportart

19. Februar 2016

Fast jeder kennt es und die meisten haben sogar schon das eine oder andere Mal bei einem gemütlichen Abend in der Bar oder bei Freunden zu Hause ein paar Pfeile geworfen. Nur wenige sehen Darts daher als eine Sportart, sondern vielmehr als unterhaltsamen Zeitvertreib in geselliger Runde. Dennoch gibt es in vielen Ländern weltweit, allen voran im Vereinigten Königreich, in Deutschland und in den Niederlanden, eine Riege von professionellen Dartspielern, die ihr Können in regelmäßigen Turnieren unter Beweis stellen. Erst kürzlich fand in London eine der beiden jährlichen Weltmeisterschaften im Darts statt. Der Grund für die doppelte Weltmeisterschaft liegt darin begründet, dass der Fernsehsender Sky Sports die von der sogenannten BDO ausgerichteten Turniere übertragen wollte, die Rechte dafür jedoch bei der BBC lagen. So gründete man kurzerhand einen eigenen Dart-Verband, die PDC, und veranstaltete fortan immer um den Jahreswechsel herum eine weitere WM. Aktueller PDC-Champion ist der Schotte Gary Anderson, die Rangliste der BDO führt der Engländer Scott Waites an.

Frontalansicht eines Dartboards mit rotem Dartpfeil im Bullseye

Mit Pfeil und Board zum Sieg

Zum Dartspielen braucht es eigentlich nicht viel mehr als die Dartscheibe (Board), ein paar Dartpfeile (Darts) und genügend Platz. Folgt man den Angaben des Welt-Dart-Dachverbandes WDF, sind das genau 2,37 Meter zwischen dem Board und dem Oche (ausgesprochen wie Hockey ohne H), also der Wurflinie. Der Abstand zwischen Scheibenmittelpunkt und dem Boden beträgt 1,73 Meter. Apropos Scheibenmittelpunkt: Hier befindet sich das sogenannte Bullseye. Ein Treffer in die rote Fläche zählt 50 Punkte, während es für einen getroffenen Bull, also den grünen Kreis um das Bullseye, 25 Punkte gibt. Das restliche Board ist in 20 Segmente mit der Wertigkeit 1-20 eingeteilt, die jeweils aus 4 Teilen bestehen: einem äußeren schmalen Ring (Double Ring), einem inneren schmalen Ring (Treble Ring) sowie den zwei Feldern, die zwischen Double und Treble Ring bzw. Treble Ring und Bull liegen. Landet der Pfeil im breiten Ring, zählt der Wert des Feldes einfach, im Double Ring verdoppelt er sich und im Treble Ring zählt er dreifach.

Ausschnitt eines Dartboards mit drei Darts in der Triple 20

Null gewinnt

Anders als bei den meisten Sportarten werden beim Darts die Punkte jedoch nicht addiert, bis nach Ablauf einer bestimmten Zeit ein Endwert feststeht: Darts spielt man vielmehr rückwärts. Angefangen wird bei einem festen Ausgangswert, der bei den großen Turnieren meist 501 Punkte beträgt. Die zwei gegeneinander antretenden Spieler werfen jeweils abwechselnd drei Darts auf das Board. Die erworfene Punktzahl wird dabei von den 501 Punkten abgezogen, solange bis einer der Spieler genau null Punkte erreicht. Je nach Spielmodus kann das mit einem einfachen Wurf passieren, gängiger ist jedoch die Variante, bei der zum Beenden ein Double-Feld getroffen werden muss. Ein vollständiges Spiel besteht mindestens aus drei sogenannten Legs – wer davon mehr für sich entscheiden kann, gewinnt das gesamte Spiel. Die Minimalzahl an Darts, die geworfen werden müssen, um ein Leg zu gewinnen, beträgt übrigens 9: Dabei kann sich der Spieler zwischen 71 verschiedenen Kombinationen entscheiden, er muss aber immer mindestens sechs Triple-Felder treffen. Was viele nicht wissen: Zwar wird der mit drei Würfen erzielte Punktwert vom Caller (= Schiedsrichter) benannt, nicht jedoch der aktuelle Zwischenstand. Die Spieler müssen also stets selbst ausrechnen, wie viele Punkte ihnen zur Null noch fehlen.

Ihr seht, Darts ist viel mehr als nur eine Kneipensportart und erfordert neben einem ruhigen Händchen auch starke Nerven und einen klaren Kopf. Diese besondere Mischung begeistert immer mehr Menschen, aktiv wie passiv: Bei der vergangenen WM schalteten in der Spitze fast zwei Millionen Zuschauer ein. Habt Ihr auch das ein oder andere Spiel verfolgt oder spielt Ihr sogar selbst?

Ähnliche Beiträge
Keine Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare. Sei der Erste, der einen verfasst.

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfeld *